Bramfeld – Gemütlich, aber ohne See

Bevor ich mich auf den Weg in einen Stadtteil mache, überlege ich mir, welche Vorurteile und Begrifflichkeiten ich zu einem Viertel im Kopf habe, um dann vor Ort meine Vorstellung von der Realität ersetzen zu lassen. Zu dem Stadtteil Bramfeld fiel mir als einziges Stichwort der Bramfelder See ein, an dem ich schon mal spazieren gegangen war und den ich als sehr idyllisch in Erinnerung hatte. Ein Blick in Google Maps zeigte aber schnell, dass der Stadtteil Bramfeld lediglich an den gleichnamigen See grenzt, dieser sich aber in den Stadtteilen Ohlsdorf und Steilshoop dahinschlängelt.




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Dementsprechend vorurteilsfrei besuchte ich Bramfeld, das mit über 50 000 Einwohnern zu den bevölkerungsstärksten Stadtteilen gehört. Relativ schnell landet man hier auf der Bramfelder Chaussee, dem Herz, Hirn und Magen des Viertels. Vom Fleischer an der Ecke bis zur Burgerkette, vom schwedischen Modemulti bis zur Boutique für die Oma: hier kann man alles finden. Wenn man von der Bramfelder Markplatzgalerie, einer moderne Shoppingwandelhalle, absieht, hat man auf Bramfelds Hauptstraße manchmal das Gefühl, man sei in die 70er oder 80er Jahren zurückversetzt. Dieser gemütliche Eindruck verstärkt sich auch in den Seitenarmen der Bramfelder Chaussee. Viele Straßenzüge sind geprägt von Einfamilienhäusern, in einigen hat Bramfeld fast ländlichen Charakter. In anderen Ecken stehen Reihenhäuser und einige Wohnblocks, insgesamt wohnen etwa zwei Drittel der Bramfelder in Mehrfamilienhäusern.
Das durchschnittliche Einkommen der Bramfelder liegt leicht unter dem Hamburger Mittel, die Arbeitslosenquote der Bevölkerung mit 8,8 Prozent in etwa im Hamburger Schnitt. Wenn man das bodenständige Flair des Stadtteils als gemütlich empfindet, kann man in Bramfeld vielerorts schöne Wohnungen oder Häuser unterhalb der 10 Euro / m² Grenze mieten. Auch der Blick auf die Kriminalitätsstatistik lässt nervöse Herzen ruhiger pochen: Die Werte für Diebstahl- und Gewaltdelikte liegen absolut im familienfreundlichen Bereich.

Wer will nach Bramfeld?

Mit den vergleichsweise günstigen Mieten und der für die stadtnähe großen Anzahl an Einfamilienhäusern eignet sich Bramfeld für Singles und junge Familien, die Platz zum Wohnen haben möchten und trotzdem nicht auf eine gewisse Infrastruktur verzichten wollen. Von der Frisur bis zur Waschmaschine kann alles im Stadtteil bezogen werden. Zudem gibt es eine große Anzahl an einladenden Restaurants. Und wenn jemand Entspannung sucht, muss er nur über die Stadtteilgrenze laufen und kann dann seine Füße in den Bramfelder See baumeln lassen. Der Besitz eines Autos wäre einem zukünftigen Bramfelder aber trotzdem anzuraten, da es in Bramfeld weder eine S-Bahn noch eine U-Bahn-Station gibt.

7 Antworten auf „Bramfeld – Gemütlich, aber ohne See“

    1. Liebe Karin,

      tut mir leid, dass Du den Bericht als negativ empfunden hast. Das war gar nicht meine Absicht. Im Gegenteil, ich fand Bramfeld echt ganz gemütlich; altmodisch im positiven Sinne. Dass der Bramfelder See in Ohlsdorf ist, interessiert ja in Wirklichkeit auch niemanden. Es gibt ja keine wirklichen Grenzen zwischen den Stadtteilen. Da ich aber über die einzelnen Stadtteile schreibe, werden solche Kleinigkeiten für mich halt interessant.

      Herzlichen Gruß,
      Frank

  1. Hi. Bramfeld ist in meiner Wahrnehmung bislang völlig untergegangen. Auf Deiner Karte sehe ist, dass Barmbek gleich um die Ecke ist. Ich hab bislang in St Pauli, Hafencity, Barmbek und Winterhude gelebt. Farmsen kenn ich auch ganz gut, Hamm auch. Aber in Bramfeld bin ich noch niiiie gewesen 🙂 Nett, dass ich über die Überschrift „.. ohne See“ gestolpert bin. Daher nicht negativ der Bericht sondern guter Effekt. Einfach mal morgen mit dem HVV CC Tickert nach, … mh.. ähm … Barmbek und dann zufuß? oder wie? Grüße aus Winterhude.

  2. Wow, toller Bericht. Bin nach der online Wohnungssuche auf die Frage gekommen: wehre the hell is Bram…was? Und der Artikel und die Bilder gefallen mir gut. Da sollte ich auch mal spazieren gehen!

    1. Herzlichen Dank! Bramfeld entwickelt sich definitiv zu einem sehr beliebten Wohngebiet bzw. ist es für Familien schon. Im Augenblick sind die Mieten noch im Hamburger Mittelfeld. Was fehlt, ist eine vernünftige Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln; im Augenblick ist man ohne Auto da schon ein bisschen ab vom Schuss. Aber die geplante U5 soll ja vielleicht in Bramfeld starten. Ab 2026 ist dann alles Paletti 😉 Viel Spaß beim Spaziergang.

      1. Da kann man doch sehen wie bequem viele Menschen geworden sind, für jeden Meter wird ein Auto benötigt, es langt nicht wenn genügend Busse fahren, es bedarf auch noch eine U-Bahn am besten vor der Haustür, das dann das ganze Grün langsam verschwindet und es bald nach und nach wie in der Innenstadt kommen wird, darüber wird sehr wenig nachgedacht. Natürlich ist in den letzten Jahren auch immere mehr der Trend dahin gekommen mit dem Rad zu fahren, was aus meiner Sicht auch zum Teil zu nachteiligen Planungen führt.

        Bramfeld und Steilshoop wird nicht mehr so Grün bleiben durch die wachsende Stadt und man kann nicht mit Schadstoffmessungen mit Grenzwerten kommen, Grenzwerte nützen uns da nicht viel. Bedauernswert ist, das die Bramfelder Chaussee am Ende immer leerer an Geschäften geworden ist, wie auch bei anderen Stadtteilen das der Fall ist. Ja der Bramfelder See ist auch Teil von Steilshoop und der Appelhoffweiher gehört zu den Stadtteil Steilshoop. Steilshoop hat auch noch schöne Ecken. Die Mieten werden leider auch immer höher und nicht bezahlbar, das auch wenn die Infrastruktur sich da stark ändert mit teuren Wohnraum…

  3. ich wohne am anderen ende von bramfeld – in der nähe zum umweltzentrum karlshöhe. da gibt es schafe, streuobstwiese, bienen und manch interessante Veranstaltung. eigentlich ist die verkehrsanbindung gut – aber – großes aber – am späteren abend und am Wochenende ist das doch sehr abgemagert.

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