Ohlsdorf – Mehr als nur ein Friedhof

Ein Friedhof als Mittelpunkt eines Stadtteils? Man kann in Ohlsdorf schon schnell den Eindruck gewinnen, dass sich vieles um das Thema Tod dreht. Auf Höhe des Haupteinganges des größten Parkfriedhofs der Welt reihen sich Steinmetzbetriebe an Bestattungsfirmen und Blumenläden an Cafés für Trauergäste. Wer bisher noch dachte, so etwas wie einen „Sarg-Discounter“ gäbe es in Deutschland nicht, wird hier eines besseren belehrt. Bei 4.700 Beisetzungen und über 2 Millionen Besuchern jährlich ist es aber kein Wunder, dass sich rund um den Friedhof eine umtriebige Dienstleistungsindustrie angesiedelt hat.


Auch zum Wohnen gut geeignet

In Ohlsdorf kann man aber nicht nur wunderschön begraben sein, sondern auch ganz gut leben. Die Bandbreite der Wohnmöglichkeiten in Ohlsdorf reicht von kleinen pittoresken Villen, über Einfamilienhäuser mit kleinem Garten und modernen Neubausiedlungen bis hin zu hochgeschossigen Wohnanlagen. Insgesamt befinden sich über 20 Prozent der Wohnungen in Ein- oder Zweifamilienhäusern. Eine Zahl, die den insgesamt eher kleinstädtischen Eindruck Ohlsdorfs unterstreicht. Die Wohnungen der knapp 15.000 Ohlsdorfer sind im Schnitt fast 70m² groß. Pro Kopf hat jeder Einwohner ungefähr 40m² zur Verfügung, was in etwa dem Hamburger Durchschnitt entspricht. Der Anteil an Sozialwohnungen ist dabei mit unter 6 Prozent weit unter dem Hamburger Durchschnitt. Wenn man sich in Ohlsdorf eine Wohnung kaufen möchte, musste man im Jahr 2012 im Schnitt etwas über 2300 Euro/m² auf den Tisch legen, 400 Euro weniger als im Hamburger Mittelwert. Für diesen Preis hat man dann ein Plätzchen in einem der sichersten Stadtteile Hamburgs ergattert, denn die Anzahl der begangenen Gewaltdelikte und Diebstähle liegt hamburgweit  im unteren Drittel. Das sind Zahlen, die vielleicht auch die eine oder andere Familie nach Ohlsdorf locken könnten. Die Kleinen könnten dann je nach Alter in eine der 8 Kitas, die Grundschule oder die zwei weiterführenden Schulen gehen. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Ohlsdorf einige, wobei es sich dabei in erster Linie um die Dinge des alltäglichen Bedarfs handelt. Kleine Boutiquen oder Spezialitätengeschäfte, die zum Bummeln einladen, sucht man meist vergeblich. Auch die Anzahl an szenigen Kneipen oder Restaurants ist eher überschaubar. Dafür müsste man die gute Verkehrsanbindung nutzen; in 20 Minuten kann man mit der U- und S- Bahn von Eppendorf bis St. Pauli alles erreichen. Natur gibt es dagegen direkt vor der Tür. Für den Sonntagsausflug ist der nahe Alsterlauf zu empfehlen. Auch Jogger kommen hier abseits des Stadtpark- und Außenalstergedränges voll auf ihre Kosten.





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Wer will nach Ohlsdorf?

Zu empfehlen ist dieser Stadtteil für Familien oder Paare, die einen guten Anschluss zur City suchen und einen Spaziergang am Alsterlauf dem großen Halligalli der Stadt vorziehen. Schöne Wohnungen, egal ob Altbau oder Neubau, sind für mittlere Einkommensklassen erschwinglich und im Gegensatz zu den Stadtteilen rund um die Alster als Mietobjekte auch zu bekommen. Der lediglich 15 Minuten entfernte Airport macht Ohlsdorf natürlich auch für Vielflieger oder Flughafenpersonal interessant.

Der Ohlsdorfer Friedhof bekommt ein neues Gesicht

Übrigens: Wer gerne aktiv an Weiterentwicklung des Ohlsdorfer Friedhofs mitarbeiten will, kann dies tun. Aufgrund der rückläufigen Nachfrage nach Grabstätten soll der größte Parkfriedhof der Welt nachhaltig umgestaltet werden. Vieles ist dabei möglich: Obstwiesen, Blumengärten, Naturerlebnisgebieten, Kutschfahrten oder die kulturelle Nutzung ausgedienter Kapellen. Voraussetzung ist, dass die Ideen mit dem Friedhof als Trauer- und Gedenkort im Einklang stehen . Auf der Seite des Projektes „Ohlsdorf 2050“ könnt Ihr Euch informieren und beteiligen.

 

Frank von Kittlitz auf G+

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